Evangelischer Hörfunkgottesdienst zum Pfingstsonntag

24. Mai 2026 von 10-11 Uhr live übertragen im BR – Bayern 1
aus der Stadtkirche in Bayreuth

Stadtkirche Bayreuth (c) GMK

„Wir bleiben in Verbindung!“
Das sagt man oft zum Abschied – als Versprechen oder als Wunsch für die Zukunft. Sich-miteinander-Verbinden ist eine Gegenbewegung, die in Zeiten von Vereinsamung, Chaos und Zerrissenheit tröstet und stärkt. Der Evangelische Gottesdienst zum Pfingstsonntag aus der Stadtkirche Bayreuth erzählt von Erfahrungen der Verbundenheit seit dem ersten Pfingstfest. Die Liturgie gestaltet ein Team rund um Pfarrer Dr. Carsten Brall, der die Predigt halten wird. Instrumentalmusik und Chorstücke bringen die Pfingstfreude zum Klingen. Die musikalische Leitung hat Kirchenmusikdirektor Michael Dorn.

Mit diesem digitalen Liedblatt können Sie den Gottesdienst zu Hause mitfeiern. Laden Sie diese Seite am besten auf ein Tablet oder Handy und feiern und singen Sie mit.

Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Gottesdienst!

Glocken

Begrüßung der Radiogemeinde

Musik Marin Marais: Le Basque

Begrüßung
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen
Der Herr sei mit euch.
Und mit deinem Geist.

Lied EG 316, 1-5 Lobe den Herren
1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren,
lob ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören.
Kommet zuhauf,
Psalter und Harfe, wacht auf,
lasset den Lobgesang hören!

Chor: 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
der dich erhält,
wie es dir selber gefällt;
hast du nicht dieses verspüret?

3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wie viel Not
hat nicht der gnädige Gott
über dir Flügel gebreitet!

Chor: 4. Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet,
der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet.
Denke daran,
was der Allmächtige kann,
der dir mit Liebe begegnet.

5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen.
Lob ihn mit allen, die seine Verheißung bekamen.
Er ist dein Licht,
Seele, vergiss es ja nicht.
Lob ihn in Ewigkeit. Amen.

Gebet

Nach Psalm 8
Herr unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen. Du zeigst deine Hoheit am Himmel!
Und ein Teil deiner Welt bin ich.

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.
Und ein Teil deiner Welt bin ich.

Ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne.
Und ein Teil deiner Welt bin ich.

Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.
Und ein Teil deiner Welt bin ich.

Du hast den Menschen zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.
Gemeinde: Und ein Teil deiner Welt bin ich.

Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!
Und ein Teil deiner Welt bin ich. Amen

Pfingst-Kyrie EG178.8
Chor: Send uns deinen Geist,
der uns beten heißt,
Gemeinde: Herr, erbarme dich.
Chor: Lass uns als Waisen nicht,
zeig uns des Trösters Licht,
Gemeinde: Christus, erbarme dich.
Chor: Dass das Herz entbrennt,
deinen Weg erkennt,
Gemeinde: Herr, erbarme dich.

Glorialied 179.1
Allein Gott in der Höh sei Ehr
und Dank für seine Gnade,
darum dass nun und nimmermehr
uns rühren kann kein Schade.
Ein Wohlgefalln Gott an uns hat;
nun ist groß Fried‘ ohn Unterlass,
all Fehd‘ hat nun ein Ende.

Tagesgebet

Musik Gustav Seiler (1927-2015): Pfingstkantate „O Heiliger Geist, o heiliger Gott“ (in Auszügen)
1. Aria
O Heiliger Geist, o heiliger Gott,
du Tröster wert in aller Not,
du bist gesandt vons Himmels Thron
von Gott dem Vater und dem Sohn.
O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

2. Rezitativ
Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.27 Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.

4. Choral
O Heiliger Geist, o heiliger Gott,
mehr’ unsern Glauben immerfort;
an Christus niemand glauben kann,
es sei denn durch dein Hilf getan.
O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

Lesung Joh 14, 15-27 i.A.
Christus spricht:
Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann sieht die Welt mich nicht mehr. (…)
Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied EG 564 Komm, Heilger Geist
Kehrvers
Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft,
die uns verbindet und Leben schafft.

1. Wie das Feuer sich verbreitet
und die Dunkelheit erhellt,
so soll uns dein Geist ergreifen,
umgestalten unsre Welt.
Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft,
die uns verbindet und Leben schafft.

2. Wie der Sturm so unaufhaltsam,
dring in unser Leben ein.
Nur wenn wir uns nicht verschließen,
können wir deine Kirche sein.
Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft,
die uns verbindet und Leben schafft.

3. Schenke uns von deiner Liebe,
die vertraut und die vergibt.
Alle sprechen eine Sprache,
wenn ein Mensch den andern liebt.
Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft,
die uns verbindet und Leben schafft.

Gedanken zum (Un)-Verbundensein

Instrumentalmusik (Improvisation über EG 564)

Lesung der Pfingstgeschichte Apg 2,1-13
Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Lied Der Chaos schuf zu Menschenland (Text: Huub Oosterhuis (dt. Frans Doevelaar) Musik: Antoine Oomen)

Chor: 1. Der Chaos schuf zu Menschenland,
der Menschen hier zusammenband,
Er schrieb sein Wort,
gegeben zum Schutz für unser Leben.
Er schrieb uns frei mit eigner Hand.
Schrift, die Menschenursprung schreibt.
Wort, das treu bleibt.

Chor: 2. Das Buch, das jeden Namen nennt,
Gesichter, Seelen, Menschen kennt,
die Liebe so lebendig,
die Liebe, so vergänglich,
die Wehn, die nie zu Ende gehen.
Schrift, die Menschentage schreibt.
Licht, das hell bleibt.

Chor: 3. Sein unvergänglich Testament:
dass er uns auch im Tod noch kennt –
die Tage, die wir leben,
zum Tode aufgeschrieben,
zum ewig Leben umgewendt’.
Schrift, die Menschenzukunft schreibt.
Er, der treu bleibt.

Predigt I

Musik: Johann Anton Stamitz: Rondo Capriccioso

Predigt II

Lesung
Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. (…) Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.«

Predigt III

Lied EG 133, 1.7.8 Zieh ein zu deinen Toren
1. Zieh ein zu deinen Toren,
sei meines Herzens Gast,
der du, da ich geboren,
mich neu geboren hast,
o hochgeliebter Geist
des Vaters und des Sohnes,
mit beiden gleichen Thrones,
mit beiden gleich gepreist.

7. Du bist ein Geist der Liebe,
ein Freund der Freundlichkeit,
willst nicht, dass uns betrübe
Zorn, Zank, Hass, Neid und Streit.
Der Feindschaft bist du Feind,
willst, dass durch Liebesflammen
sich wieder tun zusammen,
die voller Zwietracht seind.

8. Du, Herr, hast selbst in Händen
die ganze weite Welt,
kannst Menschenherzen wenden,
wie dir es wohlgefällt;
so gib doch deine Gnad
zu Fried und Liebesbanden,
verknüpf in allen Landen,
was sich getrennet hat.

Statement „Wir bleiben in Verbindung…“

Fürbitt-Gebet mit Ruf „Verbinde uns in deinem Frieden“

Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Lied (Chor)
O Heiliger Geist, o heiliger Gott,
verlass uns nicht in Not und Tod.
Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank
allzeit und unser Leben lang.
O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

Verabschiedung der Radiogemeinde

Segen
Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Musik Hans-André Stamm: Toccata alla Salsa

Mitwirkende
Liturgie + Predigt: Pfarrer Dr. Carsten Brall
Lesungen: Magdalena Brall, Melanie Hader, Elsbeth Söll
Orgel, Klavier und musikalische Leitung: Michael Dorn und Thomas Albus
Chorleitung: Michael Dorn
Ensemble/Projektchor: Vokalensemble der HfK
Querflöte: Lena Bade

Liturgische Beratung: Pfarrerin Julia Rittner-Kopp

Alle Texte verfügbar nach dem Gottesdienst auf unserer Homepage http://www.evangelisch-im-br.de

Digitales Liedblatt: ELKB (ktb)