Evangelische Kirche St. Matthäus, Erlangen
19.11.2025, 19 Uhr in Bayern1

In Sack und Asche
Ein Mensch zieht los. Er mahnt andere, sich mit ihrer Schuld auseinanderzusetzen. Und am Ende? Hält Gott ihm selbst den Spiegel vor. Die biblische Jona-Geschichte erzählt von neuen Perspektiven. Von Buße, Vergebung und Neuanfängen. Die Erzählung bildet den Rahmen für den Abendgottesdienst am Buß- und Bettag aus der Evangelische Kirche St. Matthäus in Erlangen. Predigen wird dazu Rundfunkpfarrerin Julia Rittner-Kopp. Gemeinsam mit Pfarrer Christian Düfel gestaltet sie den Gottesdienst auch liturgisch. Beichte und Lossprechung sind Teil der Buß- und Bettagsliturgie. KMD Susanne Hartwich-Düfel interpretiert mit dem Vokalensemble St. Matthäus und einem Streichquartett Sätze aus der Kantate „Gott sei mir gnädig“ – eine Vertonung von Psalm 51 aus der Feder des Barock-Komponisten Johann Kuhnau.
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Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Gottesdienst!
Glockengeläut
Begrüßung
Orgelmusik
Liturgische Begrüßung & Hinführung
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
Der Herr sei mit euch.
Und mit deinem Geist.
Orgelvorspiel
EG 473,1-3 Mein schönste Zier und Kleinod
1. Mein schönste Zier und Kleinod bist
auf Erden Du, Herr Jesu Christ;
Dich will ich lassen walten
und allezeit in Lieb und Leid
in meinem Herzen halten.
2. Dein Lieb und Treu vor allem geht,
kein Ding auf Erd so fest besteht;
solchs muss man frei bekennen.
Drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not
von Deiner Lieb mich trennen.
3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht
und hält gewiss, was es verspricht,
im Tod und auch im Leben.
Du bist nun mein und ich bin Dein,
Dir hab ich mich ergeben.
Intro zum Jona-Psalm
Jona-Psalm
Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme. Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben. Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich, dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen. Wasser umgaben mich bis an die Kehle, die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt. Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott! Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade. Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. Meine Gelübde will ich erfüllen. Hilfe ist bei dem HERRN.
Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.
1. Satz aus: Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, Johann Kuhnau
Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte
und tilge meine Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit.
Lesung (Jona 3)
Und es geschah das Wort des HERRN zum zweiten Mal zu Jona: Mach dich auf, geh in die große Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sage! Da machte sich Jona auf und ging hin nach Ninive, wie der HERR gesagt hatte. Ninive aber war eine große Stadt vor Gott, drei Tagereisen groß. Und als Jona anfing, in die Stadt hineinzugehen, und eine Tagereise weit gekommen war, predigte er und sprach: Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen. Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und riefen ein Fasten aus und zogen alle, Groß und Klein, den Sack zur Buße an. Und als das vor den König von Ninive kam, stand er auf von seinem Thron und legte seinen Purpur ab und hüllte sich in den Sack und setzte sich in die Asche und ließ ausrufen und sagen in Ninive als Befehl des Königs und seiner Gewaltigen: Es sollen weder Mensch noch Vieh, weder Rinder noch Schafe etwas zu sich nehmen, und man soll sie nicht weiden noch Wasser trinken lassen; und sie sollen sich in den Sack hüllen, Menschen und Vieh, und heftig zu Gott rufen. Und ein jeder kehre um von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände! Wer weiß, ob Gott nicht umkehrt und es ihn reut und er sich abwendet von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben. Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie umkehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat’s nicht.
Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
2. Satz aus: Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, Johann Kuhnau
An dir allein hab ich gesündiget,
und Übel vor dir getan.
Auf daß du recht behaltest in deinen Worten,
und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst.
1. Predigtteil
Lesung (Jona 4)
Das aber verdross Jona sehr, und er ward zornig und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, das ist’s ja, was ich dachte, als ich noch in meinem Lande war. Deshalb wollte ich ja nach Tarsis fliehen; denn ich wusste, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt dich des Übels gereuen. So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben. Aber der HERR sprach: Meinst du, dass du mit Recht zürnst? Und Jona ging zur Stadt hinaus und ließ sich östlich der Stadt nieder und machte sich dort eine Hütte; darunter setzte er sich in den Schatten, bis er sähe, was der Stadt widerfahren würde. Gott der HERR aber ließ einen Rizinus wachsen; der wuchs über Jona, dass er Schatten gab seinem Haupt und ihn errettete von seinem Übel. Und Jona freute sich sehr über den Rizinus. Aber am Morgen, als die Morgenröte anbrach, ließ Gott einen Wurm kommen; der stach den Rizinus, dass er verdorrte. Als aber die Sonne aufgegangen war, ließ Gott einen heißen Ostwind kommen, und die Sonne stach Jona auf den Kopf, dass er matt wurde. Da wünschte er sich den Tod und sprach: Ich möchte lieber tot sein als leben. Da sprach Gott zu Jona: Meinst du, dass du mit Recht zürnst um des Rizinus willen? Und er sprach: Mit Recht zürne ich bis an den Tod. Und der HERR sprach: Dich jammert der Rizinus, um den du dich nicht gemüht hast, hast ihn auch nicht aufgezogen, der in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb, und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen sind, die nicht wissen, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?
2. Predigtteil
3. Satz aus: Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, Johann Kuhnau
Entsündige mich mit Isopen, daß ich rein werde,
wasche mich, daß ich schneeweiß werde.
3. Predigtteil
Improvisation
Gemeindelied: Hilf Herr meines Lebens EG 419
1. Hilf, Herr meines Lebens,
dass ich nicht vergebens,
dass ich nicht vergebens
hier auf Erden bin.
2. Hilf, Herr meiner Tage,
dass ich nicht zur Plage,
dass ich nicht zur Plage
meinem Nächsten bin.
3. Hilf, Herr meiner Stunden,
dass ich nicht gebunden,
dass ich nicht gebunden
an mich selber bin.
4. Hilf, Herr meiner Seele,
dass ich dort nicht fehle,
dass ich dort nicht fehle,
wo ich nötig bin.
5. Hilf, Herr meines Lebens,
dass ich nicht vergebens,
dass ich nicht vergebens
hier auf Erden bin.
Beichte, 3x unterbrochen von EG 699 Oculi nostri
Oculi nostri ad Dominum Deum.
Oculi nostri ad Dominum nostrum.
Lossprechung
4.Satz aus: Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, Johann Kuhnau
Laß mich hören Freud und Wonne,
Daß die Gebeine fröhlich werden,
die du zerschlagen hast.
Psalm Hanns Dieter Hüsch
Orgelvorspiel
Gemeindelied: Der Mond ist aufgegangen
1. Der Mond ist aufgegangen
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.
2. Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold
als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.
3. Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.
7. So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen.
Und unsern kranken Nachbarn auch!
Abendgebet
Vaterunser
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.
Sendung und Segen
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Amen.
Orgelnachspiel
Liturgie: Pfarrer Christian Düfel, Pfarrerin Julia Rittner-Kopp
Lesungen: Stefan Rieger
Predigt: Pfarrerin Julia Rittner-Kopp
musikalische Leitung: KMD Susanne Hartwich-Düfel
Orgel: KMD Susanne Hartwich-Düfel
Streichquartett: Henry Cain und Mai Ly: Violinen; N.N.: Viola; Christina Hussong: Viola da gamba; Helena Düfel: Violoncello
Chor: Vokalensemble St. Matthäus (Solostimme: Andrea Dakkouri-Baldauf)
Die kirchliche Leitung lag bei Pfarrer Alexander Brandl.
Digitales Liedblatt: ELKB Campus Kommunikation (ktb)
Alle weiteren Texte im Anschluss abrufbar auf unserer Homepage: http://www.evangelisch-im-br.de